Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz und Kreisrat Harald Lenz besuchen die Baumsammlung und Mittelwaldaufforstung in Ebershausen

 

Wie pflanze ich 9000 Bäume? Oder wo steht der Maulbeerbaum am besten? Wer diese Fragestellungen bearbeiten will, sollte die Baumsammlung (Arboretum) von Josef Riedler in Ebershausen am Lindenberg besuchen. Zumindest für die Grüne Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz und Kreisrat Harald Lenz war diese interessante Exkursion einen Besuch wert.

Trafen sich in Ebershausen im Gasthaus Albrecht zum Gespräch. Das Bild zeigt: Landtagsabgeordneter Maximilian Deisenhofer, Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz, Gastwirtin Claudia Albrecht-Beggel, Kreisrat Harald Lenz und Josef Riedler. Foto: Mathias Endres

Das Arboretum in der kleinsten Gemeinde im Landkreis Günzburg ist eine private Initiative, die Anfang 2011 mit dem Erwerb des ca. drei ha großen Grundstücks begann. Grundlage für dieses Projekt war die gleichzeitige Aufforstung eines Mittelwaldes auf der Basis eines vorhandenen Fichtenwäldchens. Der Begriff „Arboretum“ leitet sich aus dem Lateinischen (arbor=der Baum) ab, erklärt Josef Riedler. Bei seiner Sammlung handele es sich nicht nur um einheimische Gehölze. Auch pflanzt er Bäume aus gemäßigten Zonen der Welt. So kamen inzwischen 182 verschiedene Baumarten zusammen. Für die Aufforstung des Mittelwalds wurden 4500 Eichen, 1800 Linden, 500 Hainbuchen und 250 Berg- und Spitzahorne gepflanzt. Mit großem Fachwissen führt Josef Riedler durch die Baumreihen und betont ihre Funktion als Filter für Schadstoffe. So absorbiere ein Hektar Wald bis zu 50 Tonnen Schmutz, Säure, Ruß und Kohlendioxid. Auch würden Bäume mit ihrer Fähigkeit Wasser zu speichern zum ökologischen Gleichgewicht beitragen. In Bezug auf die Artenvielfalt freut es Riedler immer ganz besonders, wenn er in der Region selten gewordene Tierarten auf seinem Grundstück entdecken kann. So bezog letztes Jahr ein Wanderfalke ein verlassenes Nest und Goldammern nisteten im Gehölz. Er freute sich über einen Schwalbenschwanz- ein Großschmetterling ähnlich dem Apollofalter. Probleme machten ihm anfangs die Wühlmäuse, er musste etliche Bäume nachpflanzen. Durch das Erstellen von Wieselbauten ließ sich zumindest die Ausbreitung der Population etwas eindämmen. Auf die Frage nach den Beweggründen, welche sich hinter dem Projekt befänden, betonte Riedler, dass es ihm keineswegs  um die Erwirtschaftung eines kommerziellen Ertrags, sondern in erster Linie um Nachhaltigkeit für kommende Generationen gehe. Und vielleicht kommt ja in den nächsten Jahren der Schwarzstorch zurück, hofft er.  Und mit einem Augenzwinkern lädt er die Bundestagsabgeordnete dazu ein, in Ebershausen im Frühjahr einen Maulbeerbaum zu pflanzen.

Das Anwesen am Lindenberg in Ebershausen. Für sein Projekt erhielt Josef Riedler eine Förderung des Freistaats. Das Arboretum beherbergt inzwischen 182 verschiedene Baumarten.
Foto: Harald Lenz

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