Claudia Roth zu Besuch im Stadlerstift

Unser Bild zeigt von links Anita Kugelmann (Einrichtungsleiterin), Georg Schwarz (1. Bürgermeister), Ingrid Geiger (Pflegedienstleiterin), Martin Neumeier (Werkleiter), Claudia Roth (Bundestagsvizepräsidentin), Willi Ott (Ehrenamtlicher Sozialdienst), Carsten Pothmann (Bürgermeisterkandidat der Grünen) und Karl Hartmann (Ehrenamtlicher Sozialdienst).

– Text und Bild: Günther Meindl

Thannhausen. Claudia Roth, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, stattete kürzlich auf Einladung der Thannhauser Grünen und von dessen Bürgermeisterkandidaten Carsten Pothmann dem örtlichen Stadlerstift einen Besuch ab. Empfangen wurde sie im Beisein von Bürgermeister Georg Schwarz von Martin Neumeier, dem Werkleiter der landkreiseigenen Seniorenheime und der Einrichtungsleiterin Anita Kugelmann.

Zunächst erläuterte Neumeier der Grünen-Politikerin die Entwicklung des Hauses mit seinen 85 Pflegeplätzen und dessen Besonderheiten. Die Atmosphäre im modernen Gebäude, in dem auch Kurzzeitpflege angeboten wird, sei dank seiner Familienfreindlichkeit anheimelnd, sodass sich die Bewohnerinnen und Bewohner hier rundum wohlfühlen könnten.

Sodann kamen die Besichtigungsteilnehmer aber auch auf die allgemeinen Bedingungen in der Pflege zu sprechen, und da wurde offensichtlich, dass es diesbezüglich hierzulande nicht zum Besten bestellt sei. In allen vier dem Landkreis unterstehenden Seniorenheimen gebe es deutlich mehr Nachfragen als zur Verfügung stehende Plätze. Insbesondere verfüge man, selbst wenn es Plätze gebe, deutschlandweit über viel zu wenige Fachkräfte, sodass der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden könne.

Claudia Roth sprach – auch angesichts der demografischen Entwicklung – von einer „tickenden Bombe“ im Pflegebereich. Die besten Rahmenbedingungen würden nichts nutzen, wenn die helfenden Fachkräfte nicht da seien. Erörtert wurde auch die Situation mit ausländischen Pflegekräften, die je nach Herkunftsland immer auch mit Abschiebungen zu rechnen hätten. Zudem sei, so Martin Neumeier, auch in Sachen Ausbildung Vieles ungeklärt. Summe summarum, so der Werkleiter, könne hier „branchenübergreifend“ sogar von einem „Raubrittertum“ gesprochen werden, was bedeute, dass es zwischen den Einrichtungen zu permanenten Abwerbungen komme.

Der Diskussion über die derzeitige Situation des Arbeitens in Seniorenheimen folgte eine von Anita Kugelmann vorgenommene Führung durch das Haus. Dabei zeigte sich Claudia Roth sehr angetan von den umfassenden Möglichkeiten, die das Stadlerstift seinen Bewohnerinnen und Bewohnern biete. Mit großem Interesse verfolgte auch der Bürgermeisterkandidat Carsten Pothmann all das, was sich ihm hier offenbarte und zur Kenntnis gebracht wurde.

Claudia Roth nutzte ihren Besuch zudem damit, sich ausgiebig mit den im Haus lebenden betagten Menschen zu unterhalten. Mit einem „Small Talk“ der Teilnehmer in der Caféterie bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen endete die Visite der aus Babenhausen stammenden hochrangigen Politikerin.

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