Der Umweltpreis des Landkreises bleibt undotiert

Die Grünen scheitern im Fachausschuss mit ihrem Antrag, die Würdigung mit einem Geldpreis aufzuwerten. Was die Argumente von Gegnern und Befürwortern sind.

Ehrenamtliches Engagement im Naturschutz zeichnet der Landkreis Günzburg seit vielen Jahren mit einem Umweltpreis aus. Mit Geld ist er nicht dotiert. Das wollte die Kreistagsfraktion der Grünen ändern. Doch ihr Vorschlag, die Wertschätzung für die ehrenamtlichen Naturschützer nicht nur symbolisch, sondern auch mit 2000 Euro zu unterstreichen, wurde von den übrigen Fraktionen abgelehnt.

Wer sich privat, in Vereinen oder Organisationen für den Natur- und Umweltschutz einsetze, sei sicher nicht auf Geld aus. „Die Motivation ist eine andere“, erklärte Grünen-Kreisrat Kurt Schweizer. Dennoch fänden es die Grünen passend, den Preis mit 2000 Euro zu verbinden. Preisträger erhalten eine Urkunde und einen Glasquader mit Gravur und einem Baum als 3D-Motiv.

Wertschätzung wird auch jetzt „bestens“ zum Ausdruck gebracht

Sprecher von CSU, SPD und Freien Wählern erklärten, Anerkennung und Wertschätzung für das Ehrenamt im Natur- und Umweltschutz würden durch den Preis in seiner bisherigen Form bestens zum Ausdruck gebracht. Mit ihm setze der Landkreis „ein schönes Zeichen“, sagte Josef Brandner (Freie Wähler). Er gab zu bedenken, dass Geld – je nach Empfänger – steuerliche Folgen haben könne. Landrat Hubert Hafner (CSU) betonte, dass auch Unternehmen ausgezeichnet werden können. Ihnen Geld zu geben, sei wohl eher unnötig.

CSU-Rat Matthias Kiermasz erklärte, über den Antrag der Grünen könne man durchaus „unterschiedlicher Ansicht“ sein. Er regte bei der gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Umweltausschuss an, eventuell die Richtlinien für die Preisvergabe zu überarbeiten. Gegen die Stimmen der beiden Grünen-Kreisräte Kurt Schweizer und Harald Lenz wurde beschlossen, den Preis nicht mit Geld zu dotieren.

Über das wurde außerdem in der Sitzung des Umwelt- und des Kreisausschusses diskutiert:

Förderung von Umweltbildungsprojekt

Der Landschaftspflegeverband Günzburg ist Träger des Umweltbildungsprojekts „Netzwerk Umweltbildung“ im Landkreis. Die Kosten für das zunächst bis 2021 befristete Projekt sind bislang zu 70 Prozent vom Bayerischen Umweltfond übernommen worden. Zehn Prozent steuert der Pflegeverband bei, der Landkreis hat 2019 rund 5100 Euro zugeschossen.

Die Förderung durch den Umweltfonds ist für dieses Jahr noch nicht endgültig gesichert. Um das Projekt nicht zu gefährden, beschlossen die Mitglieder des Umweltausschusses einstimmig, dass der Landkreis im Notfall einen Zuschuss von maximal 16500 Euro gewährt. Heuer will sich der Landschaftspflegeverband mit dem Thema „Lebensräume und Klima“ befassen.

775.000 Euro für den Umweltschutz

Der Fachbereich Umweltschutz im Landratsamt ist zuständig für die Aufgaben der Natur- und Landschaftspflege, des ehrenamtlichen Naturschutzes, des Arten- und Immissionsschutzes sowie des staatlichen Abfallrechts. Dafür sind in diesem Jahr Ausgaben in Höhe von etwa 775.000 Euro vorgesehen. Nach Abzug von Einnahmen in Höhe von gut 218.000 muss der Kreis knapp 557.000 Euro zuschießen.

Finanziert werden unter anderem Pflegemaßnahmen im Sinne des Naturschutzes, außerdem werden Organisationen und Einrichtungen wie die Umweltstation Mooseum, die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos, der Landschaftspflegeverband, der Kreisverband der Imker oder die großen Naturschutzprojekte „Schwäbischer Donauwald“ und Naturpark Augsburg Westliche Wälder unterstützt. Die Mitglieder des Umweltausschusses haben dem Haushaltsplan Umweltschutz zugestimmt.

 

Von Walter Kaiser

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