Grüne wählen Jürgen Söll einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten

Haldenwang – 12.12.2019. Im Theatersaal des Schützenvereins in Konzenberg versammelten sich am Dienstagabend zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, um an der Nominierungsversammlung des Bürgermeisterkandidaten Jürgen Söll und der Nominierung der Kandidaten der Grünen Liste für den Gemeinderat Haldenwang teilzunehmen. So freute sich Jürgen Söll besonders darüber, dass so viele Bürger aus allen Ortsteilen der Gemeinde der Einladung gefolgt sind, um neben der formalen Kandidatenwahl über zukünftige Themen zu diskutieren.

Söll begrüßte die Gäste und eröffnete den Abend mit seiner Bewerbungsrede für das Bürgermeisteramt mit der Frage, die er sich in der Vergangenheit immer wieder gestellt hatte: Warum brichst Du die Tradition in der Gemeinde und bewirbst Dich als Bürgermeisterkandidat mit einer eigenen Grünen Liste? Die Antwort lieferte er prompt: Es sei das Ergebnis der AfD bei der Europawahl. „Es war erschreckend für mich zu erkennen, dass so viele Menschen hier bei uns im Dorf eine Partei wählen, die mit diskriminierenden, nationalistischen und rassistischen Parolen auf Stimmenfang geht,“ zeigte sich Söll nachdenklich. Dem gegenüber wollen die Grünen in Haldenwang etwas entgegensetzen und „Farbe“ bekennen. Ein zweiter wichtiger Grund seiner Kandidatur waren die zahlreichen Gespräche mit Bekannten und Freunden aus der Gemeinde, die Handlungsbedarf in der Arbeit der Gemeinde verspürten und ihn zur Bürgermeisterkandidatur motivierten. „Wenn ich Bürgermeister unserer Gemeinde bin, dann möchte ich unsere Bürgerinnen und Bürger möglichst früh mit in die Entscheidungsfindung für die besten Lösungen einbinden. Die Bürgerbeteiligung liegt mir besonders am Herzen,“ gibt Söll als wichtiges Ziel seiner Arbeit vor. Er übte Selbstkritik, dass auch er sich zu wenig in den letzten Jahren aktiv an Bürgerversammlungen beteiligt hatte und lobte in diesem Zusammenhang die Arbeit des scheidenden Bürgermeisters Georg Holzinger für seine Bereitschaft, immer ein offenes Ohr für Bürgerbelange gehabt zu haben.

Söll ist 54 Jahre, in Jettingen geboren, ist verheiratet und hat zwei Töchter.  Seit fast 30 Jahren ist er im Therapiezentrum Burgau als Lehrer für Gesundheitsberufe und Verantwortlicher im Qualitätsmanagement beschäftigt. Dort hat er im Umgang mit schwerstkranken Patienten als auch gegenüber Mitarbeitern gelernt, wie wichtig es ist, auf die jeweiligen Bedürfnisse und Ansprüche Einzelner einzugehen. Seiner Meinung nach braucht es das auch im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern, also den intensiven Austausch von Informationen zur Zielerreichung im Konsens. „Das möchte ich auch in meiner Arbeit als künftiger Bürgermeister beherzigen. Viele Informationen mit den Bürgern austauschen und am Ende einen für alle tragbaren Konsens finden, wenn es um wichtige Entscheidungen geht,“ erläutert Söll den Gästen des Abends. Begrenzung von Flächenversiegelung, um Landwirten ihre Existenzgrundlage zu erhalten bei gleichzeitiger Schaffung sinnvoller Gewerbegebiete für heimische Unternehmen und Unternehmensgründer. Energieautarke Gemeinde zu werden von der alle Bürger profitieren, Förderung der Artenvielfalt, Begrenzung von Lärmbelästigungen und eine klare Position gegen den Bau einer Motorsportanlage in Burgau von der Haldenwang besonders betroffen ist, all das sind wichtige Themen, für die sich Söll einsetzen möchte, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihm das Votum dazu am 15. März erteilen. Er möchte sich mit vollem Herzblut in die Vorbereitungen dazu begeben und hat dafür seinen Jobumfang halbiert. „Nur so kann ich mich intensiv um die Bewerbung als Bürgermeister kümmern und mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog treten, um sie von meiner Qualifikation als künftiger Bürgermeister überzeugen,“ zeigt sich Söll kämpferisch.

Nach der Bewerbungsrede zur Bürgermeisterkandidatur stellen sich die Listenkandidaten vor. Insgesamt stehen neben Jürgen Söll weitere 10 Kandidaten für die Liste zur Wahl. Bis auf 3 stellten sich alle den Gästen einzeln vor. Die Kandidatinnen und Kandidaten treten für ganz bestimmte Themen ein. Angefangen von Angeboten schaffen für Kinder- und Jugendliche in den Bereichen Musikpädagogik und Kunst über Vermittlung von Traditionen und Brauchtum unter Bewahrung der Schöpfung bis hin zu energieeffizienten Maßnahmen bei Privat- und Gewerbebauten auf dem Weg hin zu einer energieautarken Gemeinde. Das Thema Migration im Zusammenhang mit notwendigen Facharbeitskräften für Unternehmen in der Region soll ein Schwerpunkt künftiger Arbeit sein. Hier will man zurückgreifen auf die erfolgreiche Arbeit und den Erfahrungen der Kandidaten im Umgang mit erfolgreicher Integration und Vermittlung zahlreicher Asylbewerber an Unternehmen in der Region in den vergangenen Jahren.

Nachdem sich alle Kandidaten vorgestellt hatten, erfolgte ein Grußwort der Ortssprecherin Eveline Kuhnert aus Burgau. Besonders stolz ist sie darauf, dass mit Jürgen Söll die zweite Bürgermeisterkandidatur stattfindet und in Haldenwang bereits die vierte Liste in dem noch jungen Ortsverband aufgestellt wird. Sie selbst ist bereits nominiert und tritt als Bürgermeisterkandidatin in Burgau an. Sie leitet sogleich über zu den Wahlen der Kandidatinnen und Kandidaten und schlug Kurt Schweizer, den Kreissprecher der Grünen, als Wahlleiter vor.

Nachdem dieser einstimmig von den Wahlberechtigten gewählt worden war, begrüßte auch er die Gäste auf’s Herzlichste und freute sich wie seine Vorredner darüber, hier und heute bereits die vierte Liste im Ortsverband mit begründen zu können. Nachdem es keine weiteren Bewerber für das Bürgermeisteramt gab, konnte die geheime Wahl unverzüglich vollzogen werden. Einstimmigkeit ergab die Auszählung für Jürgen Söll. Nach einem Applaus bedankte sich Söll für das Vertrauen und nahm die Wahl an.

So schritt Kurt Schweizer zur Wahl der Listenkandidaten. Nachdem sich die Kandidaten bereits ausführlich vorgestellt hatten, verlas Schweizer nochmals alle Namen mit den dazugehörigen Listenplätzen.

Nach der geheimen Wahl und Auszählung der Stimmen ergab sich folgendes Ergebnis: Platz 1-2 Jürgen Söll, Bürgermeister- und Listenkandidat (54 Jahre, Lehrer für Gesundheitsberufe), 3 Bianca Littwin (43, Musiklehrerin), 4 Ulrich Mittring ( 57, Forsttechniker), 5 Anja Moritz ( 53, Krankenschwester), 6 Anna-Marie Götz (23, Ergotherapeutin, Studentin), 7 Danuta Drabik-Garncarek ( 60, Juristin), 8 Josefine Mittring (56 ,Krankenschwester) 9 Marko Thüne (46, Ergotherapeut), 10 Eveline Söll (52, Industriekauffrau), 11 Dr. Marius Garncarek (60, Arzt für Allgemeinmedizin), 12 Muhammed Hacim, (24, Anlagenbauer).

Nachdem die Wahlen abgeschlossen waren, bat Jürgen Söll um Fragen aus dem Publikum. Ein Gast wollte wissen, welche Chancen er auf das Weiterführen seiner Biogasanlage nach Auslaufen der Vertragslaufzeit von 20 Jahren hat. Ein weiterer äußerte den Wunsch, dass auch künftig in der Gemeinde an einem Strang zum Wohle der Bürger gezogen wird. Ebenso wurde die Frage nach neuen Handymasten und neuen Gewerbegebieten gestellt und ob Jürgen Söll all das unterstützen werde. Söll beantwortete alle Fragen ausführlich. Er werde alles daran setzen, in einen konstruktiven Dialog mit allen Vereinen, Gruppierungen und Beteiligten zu gehen, eine autarke auf regenerative Energieerzeugung ausgerichtete Gemeinde zu entwickeln und selbstverständlich alle Voraussetzungen für den digitalen Netzausbau und der Erschließung neuer Gewerbegebiete für die Ansiedlung regionaler kleiner und mittelständischer Unternehmen schaffen.

Söll bedankte sich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten, den zahlreichen Gästen des Abends, den Betreibern des Schützenheimes für die gute Bewirtung und den Organisatoren des Ortsverbands und wünschte allen einen guten Heimweg.

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