Gute Entscheidung für Kreiskliniken

Die Grüne Fraktion begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsrates in die Pflegekräfte und die Pflegestellen der Kreiskliniken zu investieren. Das Hin und Her im Verfahren zeigt bedauerlicherweise auch, dass sich die Kreispolitik größtenteils für dieses Thema nicht zuständig sieht. Aus der Sicht von Harald Lenz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag und selbst Krankenpfleger, eine unhaltbare Position. „Wir sind froh, dass wir zusammen mit der SPD einen Anstoß zur Diskussion geben konnten und erwarten jetzt eine Entspannung der Situation“, so der Fraktionschef.

Der Kreistag wollte zu großen Teilen nicht über mehr Pflegekräfte entscheiden. Nun hat es ein anderes Gremium getan – hinter verschlossenen Türen.

Wer nur auf das Ergebnis abhebt, der kann sich zufrieden zurücklehnen. Der Verwaltungsrat der Kreiskliniken hat beschlossen, dass sich die beiden Kreiskrankenhäuser in Günzburg und Krumbach acht Pflegekräfte mehr leisten dürfen.

Das ist kein Luxus angesichts der grundsätzlichen Belastung und Überlastung des Personals, die an die Substanz geht. In diesem Jahr kam die ausgeprägte Grippewelle erschwerend hinzu. Die Kliniken waren prall gefüllt mit Patienten. Gleichzeitig erkrankten Bedienstete in einem bis dahin noch nicht gekannten Ausmaß. Die Folge ist ein veritabler Überstundenberg, der Stück für Stück abgetragen werden muss.

Mit seiner Entscheidung beendet der Verwaltungsrat ein Trauerspiel, das im März im Kreistag aufgeführt worden ist. Das Kommunalparlament hielt sich damals mehrheitlich für nicht zuständig, über einen Antrag von SPD und Grünen zu befinden, der vorsah, heuer und 2019 insgesamt 800000 Euro für neue Pflegekräfte aufzuwenden. Das entspricht 16 Stellen, acht für jedes der beiden Jahre.

Jetzt passiert im Kern zumindest für das Jahr 2018 genau das – nur dass der Kreistag diese Entwicklung seinerzeit aus unerfindlichen Gründen nicht aktiv begleitet hat. Der muss das jetzt nur noch zur Kenntnis nehmen, weil der den Handlungsauftrag an den Verwaltungsrat weitergereicht hat.

Künftig wäre das Kreisparlament gut beraten, sich in seinen Möglichkeiten nicht selbst zu beschneiden – selbst auf die Gefahr hin, dass man sich mit manchen Entscheidungen keinen Beliebtheitspreis abholt. Die Sitzung vor rund sechs Wochen war jedenfalls ein Nachmittag für Feiglinge.

 

Kommentar Von Till Hofmann

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