Junge Menschen für Politik interessieren

Die Thannhauser Grünen luden zu einer Erstwählerveranstaltung mit der Landesvorsitzenden Eva Lettenbauer

Unser Bild zeigt von links Carsten Pothmann (Bürgermeister-Kandidat), Eva Lettenbauer (Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen), Anna Botzenhardt (Grüne Jugend Fürth), Meinhard Veth (Vorsitzender Ortsverband Mindeltal – Die Grünen) und Marc Brümmer (Moderator und Stadtratskandidat).

– Text und Bild: Günther Meindl

Thannhausen. Eva Lettenbauer ist mit ihren erst 27 Jahren die jüngste Landesvorsitzende einer politischen Partei, die es in Bayern jemals gegeben hat. Auf Einladung des Ortsverbands Mindeltal – Die Grünen, die ja bei der Kommunalwahl mit einer 20-köpfigen Stadtratsliste und in Person von Carsten Pothmann auch mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten antreten, war die junge Grünen-Politikerin aus dem Landkreis Donau-Ries dieser Tage im Thannhauser Musikerheim zu Gast. Konzipiert hatte man die Veranstaltung ganz auf Jungwähler, die heuer erstmals den Weg an die Urne antreten dürfen.

Eingebettet war das Ganze in ein paar politische Statements und eine nachfolgende Diskussionsrunde zu diversen Themen, wobei die Moderation dem Grünen-Stadtratskandidaten Marc Brümmer oblag. Zunächst stellte sich Carsten Pothmann, der Bewerber für das Bürgermeisteramt, nochmals kurz vor und verdeutlichte dabei, dass er die Region aufgrund seiner früheren Zeit in Günzburg und insbesondere seit letztem Sommer auch Thannhausen bereits sehr gut kenne.

Ein Plädoyer für die Jugend

Die Kommunalwahl sei, so Pothmann, ein absolut basisdemokratischer Akt, sei doch in der Kommunalpolitik alles konkret fassbar. In den letzten Wochen habe er mehrere ortsansässige Vereine besucht, die ja zu einer jeden lebendigen Stadt gehören würden, und hätte dabei auch festgestellt, dass den Vereinen teilweise der Nachwuchs ausgehe. Wichtig sei gerade hierbei auch die Integration. Die Kommunalpolitik betreffend gehe es darum, die junge Generation deutlich stärker zu beteiligen.

Darüber, wozu die Jugend fähig sei, berichtete anschließend Anna Botzenhardt, eine gebürtige Münsterhausenerin, die heute in Fürth lebt und dort der „Grünen Jugend“ vorsteht. So sei es gelungen, bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen für eine bessere Klimapolitik mehr als 1.000 junge Leute auf die Straße zu bringen. In Kürze wolle man in Fürth zudem ein richtiges Jugendparlament installieren, das auch wirklich Gehör finden solle.

Die im Landtag nicht zuletzt für Jugendpolitik zuständige Eva Lettenbauer plädiert dafür, das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen. Bayern solle im Bereich der Jugendbeteiligung eine Vorreiterrolle spielen – und dies gehe jede Kommune an. Das Engagement der jungen Menschen müsse aber auch zu konkreten Zielen führen, weswegen es wünschenswert sei, dass sie in die Parlamente gelangen. Weiterhin plädiert Eva Lettenbauer für einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und somit auch für attraktivere Busverbindungen.

Eine Menge Diskussionsstoff

In der nachfolgenden Diskussion wurde noch viel mehr Wünschenswertes angesprochen, etwa die Aufnahme politischer Bildung in den Lehrplan der Schulen, das Einhalten der Klimaschutzziele samt entsprechender Energiepolitik, Photovoltaik-Initiativen, der Ausbau des Radwegenetzes, die allmähliche Senkung des Flächenfraßes oder eine nachhaltigere Landwirtschaft mit mehr lokaler Wertschöpfung. Vieles, so Eva Lettenbauer, lasse sich auch vor Ort organisieren. So könne man dort grüne Oasen und Biotope schaffen, ein Regenwassermanagement organisieren und Hitzeschutzkonzepte entwickeln.

Ein Partner der Landwirtschaft

Die Grünen, so deren Landesvorsitzende weiter, könnten zu einem starken Partner der Landwirtschaft werden. Natürlich müssten alle Bauern auch hinreichend verdienen können. Von der EU sei zu fordern, dass sie daher die Fördermittel anders vergebe und dabei nicht unbedingt die Großen bevorzuge. Wahrlich keine Utopie sei es beispielsweise, dass sämtliche öffentlich betriebenen Kantinen „auf Bio umsteigen“.

Rockmusik zum Abschluss

Abschließend mündete die Erstwählerveranstaltung der Grünen noch in ein etwa einstündiges Rockkonzert der Band „Some Pink in the Moon“, das auf große Begeisterung stieß.

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