03.01.2018

Ein bisschen Freude über die "halbe" Abschaltung - Grüne sehen in Gundremmingen aber weiterhin viel Handlungsbedarf

"Natürlich freuen wir uns, dass mit der Abschaltung von Gundremmingen B der Atomausstieg und damit ein großer Meilenstein der Energiewende endlich auch in Schwaben und im Landkreis Günzburg ankommt." So kommentieren die grüne Landtagsabgeordnete Christine Kamm und die beiden schwäbischen Bezirksvorsitzenden Stephanie Schuhknecht und Maximilian Deisenhofer die Abschaltung des AKW am 31.12.17. Gleichzeitig betonen sie aber auch: "Die Gefahren für die Bevölkerung im Landkreis und in der ganzen Region sind dadurch aber leider noch nicht vorbei."
 
MdL Christine Kamm: "Das Jahr 2017 hat wieder einmal deutlich gezeigt, dass das AKW ein Sicherheitsrisiko darstellt. In Gundremmingen läuft nicht nur der letzte Siedewasserreaktor Deutschlands, es häufen sich auch sicherheitstechnische Mängel: Beispielhaft seien hier nur ein mangelhaftes Nachkühlsystem, defekte Hüllrohre, teils ungeeignete Brennelemente, Computerviren im Reaktor oder Bedienungsfehler bei der Revision genannt." Kamm hatte viele dieser Mängel durch ihre parlamentarische Arbeit im Landtag weiter aufgeklärt und begleitet und will dies auch 2018 wieder tun.
 
Für die Grünen-Bezirksvorsitzende Stephanie Schuhknecht geht die Energiewende in Deutschland und vor allem in Bayern immer noch viel zu langsam. "Die Windkraft ist wegen der unsäglichen 10H-Regelung der CSU-Staatsregierung in Bayern quasi tot und auch der Ausbau anderer Erneuerbarer Energien wird nicht ausreichend gefördert. So wird der Freistaat leider nicht zum Vorreiter bei der Energiewende, wie es sich ja sogar die CSU nach Fukushima vorgenommen hatte." Schuhknecht hofft auf eine Beschleunigung der Energiewende im Jahr 2018 - "dank starken Grünen im Bayerischen Landtag, dafür kämpfen wir im kommenden Wahljahr!"
 
Grünen-Bezirksvorsitzender Maximilian Deisenhofer ist der Ansicht, dass das Thema Gundremmingen die Politik im Landkreis Günzburg noch lange begleiten wird, "und zwar auch wenn alle Steuereinnahmen längst weggefallen sind." Der Fokus liege zunächst auf einer schnellstmöglichen Abschaltung von Block C, aber auch die über 4000 Brennelemente in den Naßlagern und den Atommüll im Zwischenlager dürfe man nicht aus den Augen verlieren. "Aktuell ist das Zwischenlager bis zum Jahr 2046 genehmigt, aber wenn es bis dahin kein bundesweites Endlager gibt, wird einfach die Genehmigung um weitere Jahrzehnte verlängert werden. Faktisch handelt es sich also für viele von uns um ein Endlager, wenn der Atommüll über ein Jahrhundert im Landkreis Günzburg bleibt." Daher setzen sich die Grünen auch bundesweit in der Endlagersuchkommission für eine tragfähige Lösung ein.
 

"Dieses Atommülllager im Landkreis Günzburg muss mit maximaler Sicherheit betrieben werden. Darauf werden wir Grüne auch in den kommenden Jahren achten.", versprechen die drei Grünen abschließend.