Wie tolerant ist die Stadt Thannhausen?

Der Stadtrat von Thannhausen beschäftigte sich mit den Themen Mitmenschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe.
Bild: Monika Leopold-Miller

 

Antrag des Grünen-Politikers Rudolf Haug bringt das Thema in Stadtrat.

In der ersten Stadtratssitzung des Jahres in Thannhausen brachte Rudolf Haug die Themen Mitmenschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe auf die Tagesordnung. Mit einem kurzen Vortrag wollte er seiner Aussage nach die Stadt dazu anregen, diese Themen noch stärker in Thannhausen zu etablieren und sich damit gegen Gedankengut aus der NS-Zeit zu stellen. Er betonte, dass Thannhausen in Sachen Toleranz kein negativer Ausreißer sein – gleichzeitig sehe er aber seit mehreren Jahren eine allgemeine Entwicklung in der Gesellschaft, die zu raueren Umgangsformen und weniger Mitmenschlichkeit führt.

Drei konkrete Vorschläge stellte Haug dem Stadtrat vor. Er regte an, dass sich das Gremium öffentlich für mehr Toleranz aussprechen könnte, etwa mit Plakaten oder Anzeigen in der Zeitung. Darüber hinaus trug er die Idee vor, die von ihm angesprochenen Themen in die Schulen der Stadt zu bringen, etwa in Diskussionsrunden oder durch Zeitzeugenberichte. Als weiteren Vorschlag brachte er die Idee ins Spiel, eine Kunstausstellung zum Thema Flucht und Flüchtlinge zu organisieren.

Thannhausen hat überproportional viele Asylbewerber aufgenommen

Bürgermeister Georg Schwarz wies nach Haugs Vortrag darauf hin, dass es in Thannhausen in den vergangenen Jahren keinen einzigen Übergriff auf Ausländer gegeben habe. Vielmehr könne man der Stadt Vorzeigecharakter bescheinigen – als Beispiel führte er das überregional bekannte „Thannhauser Modell“ zur Flüchtlingsarbeit an und betonte, dass in den Jahren 2015 und 2016 überproportional viele Asylbewerber in der Stadt aufgenommen worden sind.

Gegen die Idee einer Plakataktion sprach sich Gerd Olbrich (SPD) aus: „Eine solche Aktion finde ich zu oberflächlich.“ Dem Vorschlag, die Themen in Schulen einzubringen, konnte er hingegen mehr abgewinnen: „Das könnte man durchaus im Familienbeirat aufgreifen. Allerdings müssen das auch die Schulen selbst wollen.“ Christine Polleichtner-Hornung (CSU) bot darauf an, das Thema im Familienbeirat auf die Tagesordnung zu setzen.

Zu Haugs Idee einer Kunstausstellung entgegnete der Bürgermeister, dass es in der Stadt bereits ein ähnliches Projekt gegeben hat – ein Fotowettbewerb im Jahr 2013, bei dem das „Zusammenleben der Nationen“ im Mittelpunkt stand. Darüber hinaus verwies Schwarz auf ein interkulturelles Fest, dass in diesem Jahr am Samstag, 29. Juni stattfinden soll. Mehrere Essensbuden sollen dabei in der Stadt aufgestellt werden, an denen Besucher dann Spezialitäten aus verschiedenen Ländern kosten können.

 

Von

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.