Wichtige Themen für Thannhausen erörtert

Unser Bild zeigt den Bürgermeisterkandidaten Carsten Pothmann (links), die Landtagsabgeordnete Christina Haubrich und Dr. Dr. Bernhard Lohr, der ebenfalls mit auf dem Podium saß, um die Fragen zu beantworten.

Bürgermeisterkandidat Carsten Pothmann und die grüne Landtagsabgeordnete Christina Haubrich referierten zum Thema Gesundheit und medizinische Versorgung

– Text und Bild: Marc Hettich

„Können Sie in der letzten Reihe das noch lesen?“ Mit dieser Frage, die vom Publikum im katholischen Pfarrheim verneint wurde, hat Carsten Pothmann eine wichtige Erkenntnis thematisiert: den Mangel an Fachärzten in Thannhausen. Pothmann stellte sich an jenem Abend den Thannhausern als parteiloser Bürgermeisterkandidat für Bündnis 90/Die Grünen vor (siehe Bericht in der letzten Ausgabe). Zusammen mit der grünen Landtagsabgeordneten und Gesundheitsexpertin Christina Haubrich referierte er ausführlich zum Schwerpunktthema Gesundheit und medizinische Versorgung.

Reagieren auf den demographischen Wandel

Der gegenwärtig noch in Bonn lebende Bürgermeisterkandidat hatte seine Hausaufgaben gemacht und präsentierte unter anderem Zahlen zur demographischen Entwicklung in Thannhausen, die für 2037 einen leichten Anstieg der Jugendlichen prognostizieren, während der Seniorenanteil von heute 34 auf 55 Prozent steigen wird. „Auf diese Entwicklung müssen wir reagieren“, erläuterte der zurzeit für die Telekom tätige dreifache Vater. Lösungsansätze sieht er in ambulanten Pflegediensten, barrierefreier Mobilität, gut erreichbaren Apotheken und vor allem einer verbesserten geriatrischen Versorgung.

Während ein fehlender Augenarzt noch zu verschmerzen sei (schließlich könne nicht in jeder Stadt für jeden Fachbereich ein Arzt angesiedelt sein), beklagt Pothmann das Fehlen eines Frauenarztes in Thannhausen. „Frauen werden schwanger und haben mit Menstruationsbeschwerden zu kämpfen“, stellte er fest. Daher sei der Bedarf an Frauenärzten viel höher als etwa an Urologen. Im Hinblick auf Kinder und Jugendliche lobte der Rheinländer den Elternbeirat der Grundschule, der für gesunde Kost in der Schule sorge. Sport und Bewegung sowie präventive Maßnahmen gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch sieht er als weitere wichtige Säulen der Gesundheitsprophylaxe. Für die Integration und Teilhabe von Senioren und Jugendlichen gleichermaßen hat der 55-jährige auch schon eine Idee: „Mehrgenerationen-Wohnprojekte sind ein bewährter Ansatz.“

Mehrgenerationen-Wohnprojekte

Von diesem Konzept zeigte sich auch Christina Haubrich überzeugt: „Kennen Sie Schloss Blumenthal?“, fragte sie in die Runde. Begeistert berichtete sie davon, wie in dem von acht Familien gegründeten Wohnprojekt inzwischen 43 Erwachsene und 18 Kinder zusammenleben – inklusive Gaststätte, Biergarten und kulturellem Angebot. „Selbstbestimmt, ökologisch im Einklang – das ist eine andere Form des Wohnens für die Zukunft“, freute sich die Landtagsabgeordnete. Das ehrlich wirkende Lächeln und der Enthusiasmus spricht auch bei anderen Themen aus der ehemaligen Krankenschwester, beispielsweise, wenn sie von Menschen erzählt, die eine Maschine entwickelt haben, die Luft in Flüsse bläst, damit das Plastik an Land getrieben wird. Denn sie weiß auch: „Es dauert 450 Jahre, bis eine PET-Flasche zerfällt.“ Das Mikroplastik nehmen wir in unserem Körper auf. „Mikroplastik schadet also nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit.“

Auch das Thema „Landärzte“ schnitt sie an. Wie schon Carsten Pothmann verraten habe, sehe es da in Thannhausen und Ursberg noch ganz gut aus. Doch die Ärzte selbst würden ebenfalls älter. Es gelte also, Nachfolger zu finden. „Die Gesundheitsregion Plus bietet gute Möglichkeiten“, erklärte Christina Haubrich und brachte als positives Beispiel eine Idee aus Lindenberg, wo ein grüner Landrat amtiert. „Die kooperieren dort mit der Uni, bringen die jungen Ärzte schon während des Studiums in die Region und zeigen ihnen das tolle Umfeld.“ Die angehenden Mediziner würden sich einleben und dann auch gerne bleiben. Die Adaption andernorts erfolgreich umgesetzter Ideen gefällt auch Bürgermeister-Kandidat Pothmann. Sicher wird er im Wahlkampf noch die eine oder andere Idee für Thannhausen liefern.

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